Der richtige pH-Wert des Heizwassers: Das sollten Sie dazu wissen

Die Heizung wird nicht richtig warm oder funktioniert überhaupt nicht mehr? Wussten Sie, dass in vielen Fällen das Heizwasser dafür verantwortlich sein kann? Denn dieses spielt für die Leistung und den zuverlässigen Betrieb der Heizungsanlage eine entscheidende Rolle. Ist seine Beschaffenheit ungünstig, können Bauteile der Heizungsanlage so beschädigt werden, dass es zu einer Störung oder einem Ausfall einzelner Komponenten oder sogar der gesamten Anlage kommt. Erfahren Sie jetzt, was Sie dagegen tun können.

Hauptkomponenten wie Druckhaltung, Umwälzpumpe oder Heizkessel werden regelmäßig untersucht. Das weniger offensichtliche Heizwasser hingegen wird meist vernachlässigt. Doch gerade eine ungeeignete Wasserqualität kann oft Schäden nach sich ziehen. Um dieses Risiko weitestgehend zu minimieren, setzt die Planung einer Warmwasserheizungsanlage nach DIN EN 12828 immer auch eine Analyse des Trinkwassers voraus, welches als Füll- und Ergänzungswasser genutzt werden soll.
Werden Abweichungen zu den in der VDI-Richtlinie 2035 vorgegebenen Heizwasseranforderungen erkannt, sind Maßnahmen zur Wasseraufbereitung notwendig. Neben der Kesselstein bildenden Wasserhärte kann z.B. ein im Heizwasser falsch eingestellter oder nicht berücksichtigter pH-Wert die Korrosion von Materialien wie zum Beispiel Aluminium maßgeblich begünstigen.

Der pH-Wert bei Heizwasser:

Der im Heizwasser typische pH-Wert liegt zwischen 8,2 und 10 (bei Aluminiumwerkstoffen maximal 9,0). Je nach verarbeitetem Werkstoff ist demnach ein anderer pH-Wertebereich zulässig:

Umso wichtiger ist es, exakt den pH-Wert des Heizwassers zu kennen.

pH-Wert bei Heizwasser

Enthärtetes oder salzarmes Heizwasser?

Um beste Voraussetzungen zu schaffen, muss das Füll- und Ergänzungswasser aufbereitet werden. Die geeignete Aufbereitung richtet sich zunächst nach den Vorgaben der Kesselhersteller. Viele schreiben aktuell vollentsalztes Wasser vor. Außerdem ist die Heizwasseraufbereitung in der technischen Regel 2035 des VDI (Verein Deutscher Ingenieure) geregelt. Demnach ist grundsätzlich sowohl eine Befüllung mit salzhaltigen sowie salzarmen Heizwässern möglich.

Enthärtetes Füllwasser:

Wasser, das durch das sogenannte Ionenaustauschprinzip enthärtetet wird, enthält wenig bis gar keine Härtebildner. Kesselstein, der den Wärmeaustausch im Kessel behindert, kann sich so in der Regel nicht bilden. Die Enthärtung ist ein Verfahren, bei dem die im Wasser gelösten Härtebildner Calcium und Magnesium gegen Natrium ausgetauscht werden. Dadurch bleibt die Leitfähigkeit des Wassers fast unverändert. Allerdings bildet sich aus den verbleibenden Inhaltsstoffen Natriumcarbonat, das bei der Erwärmung des Heizwassers zum Anstieg des pH-Wertes führt. Es können sich pH-Werte von 10 und höher einstellen. Dieser Vorgang wird auch als Eigenalkalisierung bezeichnet. Deshalb ist eine Überprüfung und eventuelle pH-Wert-Korrektur erforderlich.

Entsalztes Füllwasser:

Ein Verfahren, das sehr ähnlich zur Enthärtung ist, ist die Entsalzung mit Hilfe von Mischbettpatronen. Hier werden mittels Ionenaustausch sämtliche im Wasser gelösten Salze durch eine Kombination aus Kationen- und Anionenaustauscherharzen entfernt. Das Ergebnis ist vollentsalztes Wasser. Die Wasserhärte wird auf 0° dH (deutsche Härte) herabgesetzt. Zudem sinkt die Leitfähigkeit unter den in der VDI-Richtlinie 2035 geforderten Wert von 100 µS/cm (MicroSiemens pro Zentimeter). Oft ist noch eine sehr schwach ionisierende Kohlensäure vorhanden. Bemerkbar wird diese durch den niedrigen pH-Wert des Füllwassers.
Achtung: In der Aufheizphase des Heizkreislaufes wird die Kohlensäure jedoch schnell ausgetrieben und der pH-Wert tendiert in den alkalischen Bereich.

Die Entsalzung kann bei größeren Warmwasser-Heizungs-Systemen mit großen Anlagevolumina auch mit Umkehr-Osmose-Anlagen erreicht werden. Dabei wird das Wasser mit hohem Druck durch eine Membrane gepresst. Diese Membrane hält die gelösten Salze aus dem Wasser. Das Ergebnis ist vollentsalztes Wasser.

pH-Wert einfach und schnell prüfen und korrigieren

Die VDI 2035 gibt vor, in regelmäßigen Intervallen den pH-Wert zu messen und gegebenenfalls anzupassen. Um die Überprüfung und die anschließende Korrektur des pH-Wertes des Heizwassers zu erleichtern, hat JUDO ein schnelles Messverfahren mit einem Dosierprinzip entwickelt. Erfahren Sie jetzt mehr zum JUDO Alkali-Check und dem Dosiermittel JTH-PLUS oder JTH-MINUS sowie hier.

Der pH-Wert des Heizwassers kann durch die Zugabe von JTH-PLUS angehoben oder durch die Zugabe von JTH-MINUS gesenkt werden.