Damit Kühltürme laufen.
Keine Untersuchungs-Verfahren.

Die VDI-Richtlinie 3803 beschreibt in erster Linie bauliche und technische Anforderungen an zentrale raumlufttechnische Anlagen. Die Richtlinie benennt außerdem die erlaubten Höchstgrenzen der Wasserinhaltsstoffe.

Mit der Richtlinie 2047-2, den so genannten Kühlturmregeln, hat der VDI ein Regelwerk zum hygienegerechten Betrieb von Verdunstungskühlanlagen erarbeitet. Das BMUB (Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit) prognostiziert, dass etwa 20.000 bis 30.000 Anlagen in den Anwendungsbereich der Verordnung fallen.

Maßnahmen
nach VDI-Richtlinie 3803

Im Rahmen einer fachgerechten Planung geht es darum, die zulässige Eindickung im Umlaufwasser und die erforderliche Absalzmenge zu berechnen. Daraufhin wird ein geeignetes Verfahren zur Wasseraufbereitung für die Nachspeisung und das Kreislaufwasser ausgewählt. Weitere Planungsschritte bestehen darin, den Grenzwert der Kreislaufabsalzung festzulegen. Maßgeblich sind dabei nicht nur wasserchemische Kriterien, sondern auch wirtschaftliche.

Maßnahmen
nach VDI-Richtlinie 2047-2

Das oberste Ziel aller Beteiligten sollte darin bestehen, eine Verdunstungskühlanlage mit möglichst geringem Hygienerisiko zu betreiben. Dazu ist laut VDI-Richtlinie 2047-2 eine Gefährdungsbeurteilung zu erstellen. Diese besteht aus Risikoanalyse und Risikobewertung.

Die Risikoanalyse

In der Risikoanalyse werden die kritischen Stellen und Zustände der Verdunstungskühlanlage identifiziert. Als Basis dient eine vollständige Dokumentation des Systems und eventueller Änderungen, die den Bau oder Betrieb betreffen.

Folgende Angaben müssen enthalten sein:

  • Anlagenschema
  • technische Daten
  • eingesetzte Werkstoffe
  • Behandlungsprogramme
  • Betriebsweise
  • Reinigungs- und Instandhaltungsintervalle
  • Wasserbeschaffenheit
  • Bewertung des Aufstellorts im Hinblick auf mögliche Exposition

Die Risikobewertung

In diesem Teil geht es darum, die Höhe und Wahrscheinlichkeit der hygienischen Risiken zu bewerten. Weichen Untersuchungsergebnisse von der Norm ab, sind geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Zum Beispiel:

Bei einer Überschreitung des Technischen Maßnahmenwerts für Legionellen von 10.000 KBE / 100 ml muss der Betreiber zur unverzüglichen Gefahrenabwehr den Maßnahmenkatalog des Störfallmanagements durchführen.

Dieser kann folgende Punkte beinhalten:

  • Überprüfung der Wirksamkeit durch zeitnahe zusätzliche mikrobiologische Untersuchungen
  • Stoßdosierung von Bioziden
  • Erhöhung der Absalzung
  • Entleerung
  • Reinigung und Desinfektion
  • Umsetzung von bau- und betriebstechnischen Maßnahmen

Hygiene ist kein Luxus

In jüngster Vergangenheit haben sie immer wieder für Schlagzeilen gesorgt: Kühltürme, die aufgrund von kontaminierten Aerosolen für die Verbreitung von Legionellen verantwortlich waren. Dabei kam es sogar zu Todesfällen. Der hygienische Betrieb ist also keineswegs nur eine von vielen Behördenvorgaben, sondern eine konkrete Notwendigkeit.

Hygieneprobleme durch Keime

Der wichtigste Schutz vor Kontaminationen: Know-how

Die Hygieneanforderungen für Planung, Errichtung und Betrieb von Verdunstungskühlanlagen setzen umfangreiche Kenntnisse und Erfahrungen des Personals voraus. Daher sind besondere Schulungen nötig, um die erforderlichen hygienischen und korrosionschemischen Kenntnisse zu vermitteln. Wir bieten ein solches VDI-lizensiertes Seminar an – für Bauherren, Planer, Hersteller, Behörden, Dienstleister und Sachverständige. Es schließt mit dem original VDI-Zertifikat ab.

Schulung im Julius Dopslaff Campus, Winnenden

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